Der Naturpark Pfälzerwald

Der Naturpark Pfälzerwald besteht aus zwei großen Naturräumen: dem Pfälzerwald und der sich östlich anschließenden Weinstraßenregion.

Der große, zusammenhängende Wald und die imposante Buntsandsteinlandschaft mit den eindrucksvollen, rot leuchtenden Sandsteinfelsen und den sagenumwobenen Burgen und Burgruinen prägen die reiche Natur- und Kulturlandschaft des Pfälzerwaldes.
Typisch für den Naturpark ist auch sein Wasserreichtum. Es gibt zahlreiche naturnahe Bäche, Flüsse und Stillgewässer.

Am Haardtrand, dem östlichen Rand des Pfälzerwaldes zur Oberrheinebene hin herrscht ein besonders mildes Klima. Diese "Sonnenseite" des Pfälzerwaldes bildet eine der Grundlagen für den erfolgreichen Weinanbau in der Pfalz.

Durch diese vielgestaltigen Faktoren hat sich im Naturpark Pfälzerwald eine beachtliche Pflanzen- und Tierwelt mit deutschlandweit seltenen Arten entwickelt. Der große, zusammenhängende Waldbestand, die sauberen Fließgewässer, die einzigartige Pflanzen- und Tierwelt und die reiche Kulturgeschichte gaben den Ausschlag zur Anerkennung als grenzüberschreitendes UNESCO-Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen.
 

Lindelbrunn

 

 

 

Glockenblume

 

Kastanie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Pfälzerwald

Der Pfälzerwald ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. In seinem Inneren dominieren Laubmischwälder mit Rotbuchen und Traubeneichen. Herausragend sind seine Bestände an wertvollen Furniereichen und am Ostrand, der Haardt, zur Weinstraße hin, die Edelkastanie und die Kiefer, die auf den trockenen und nährstoffarmen Sandböden des Buntsandsteins bestens gedeihen.

Von Westen nach Osten wird der Pfälzerwald von drei großen, tiefen Bachtälern durchschnitten: Im Süden das Queichtal, in der Mitte das Hochspeyerbachtal und im Norden das Isenachtal. Eine Vielzahl von Seitentälern untergliedern das Mittelgebirge weiter. Stehende Gewässer, die Wooge, dienten früher zur Fischzucht oder als Wasserspeicher für Mühlen. Die höchste Erhebung im Pfälzerwald ist die Klmit mit 673 Metern über NN.

Der Buntsandsteinboden des Pfälzerwaldes ist sehr nährstoffarm. Trotzdem siedeln Menschen hier seit dem Mittelalter. Der Wald wurde als Streuquelle und Waldweide genutzt. Man findet heute noch zahlreiche Spuren ehemaliger Waldnutzung wie Mühlen, Kohlemeiler, Wässerwiesen und Triftbäche mit senkrechten Sandstein-Ufermauern.

Diese Waldnutzung trug zur Entwicklung seltener Arten im Naturpark Pfälzerwald bei. Unter anderem beherbergt der Pfälzerwald so bemerkenswerte Tierarten wie den Wanderfalken, den Uhu, den Rauhfußkauz, den Sperlingskauz, den Ziegenmelker und den Feuersalamander, das Große Mausohr, die Grüne Keiljungfer und nicht zuletzt die Europäische Wildkatze. Viele dieser Arten sind von europaweiter Bedeutung. Ein Wiederansiedlungsprojekt für den Luchs ist im Januar 2015 gestartet. Auch der Wolf ist zurückgekehrt nach Rheinland-Pfalz.

Pfalz1

 

Pfalz2

 

 

 

 

 



Weinstraße

Im geologischen Sinne ist die Weinstraße eine Höhenstufe, die als Vorhügelzone die Oberrheinische Tiefebene vom Pfälzerwald trennt. Die Lage an der Bruchkante des Oberrheingrabens hat zu einer großen Vielfalt an Gesteinen geführt (Buntsandstein, Lehm, Kalk, Sand, Löss). Diese Vielfalt an Böden, gepaart mit dem milden, trockenen Klima, macht die Weinstraßenregion zu einem hervorragenden Weinanbaugebiet.

Das Rebenmeer, die Hohlwege und die Weinbergterrassen, die Obst- und Mandelbäume und die reichen Kastanienbestände am Waldrand üben einen ganz besonderen Reiz aus. Das Klima fördert besonders die wärmeliebende Fauna und Flora. Man findet beispielsweise den Acker-Goldstern oder die blaue Weinbergs-Traubenhyazinthe. In den Gärten der Weindörfer gedeihen Feigen, Kiwis und sogar Zitronen. Die aus Buntsandstein errichteten Trockenmauern sind wertvolle Biotope in denen sich die Mauereidechse wohl fühlt. Hier findet man Deutschlands einzige Brutvogelvorkommen der Zaunammer. Auch das Vorkommen der Zippammer ist von überregionaler Bedeutung.
 

Rebenmeer

 

Weintraube

 

 

 

 

 



Buntsandstein

Der Buntsandstein, der den Pfälzerwald prägt, entstand am Anfang des Erdmittelalters vor etwa 250 Millionen Jahren. Damals herrschte in der Pfalz Wüstenklima. In der mitteleuropäischen Senke lagerte sich Sand aus den umliegenden Gebirgen ab. Die mächtigen Sanddünen und der vertrocknete Flussschlamm verfestigten sich zu rotem Buntsandstein. Die rote Farbe entstand durch den Anteil an Eisenoxiden im Sandstein. An manchen Stellen reicherten sich Erzlagerstätten an. Bis ins 19. Jhdt. hatten das Erzbergwerksgewerbe und die Eisenverhüttung Bedeutung im Pfälzerwald. Gesteinsblöcke aus Buntsandstein wurden vor allem als Material für Bauwerke verwendet (Häuser, Kirchen, Burgen) sowie auch für Trockenmauern (Weinbergmauern).

Im Wasgau, dem südlichen Teil des Pfälzerwaldes, beeindrucken vielgestaltige, rote Felsformationen, die aus der bewaldeten Mittelgebirgslandschaft hervorragen (Dahner Felsenland). Die Sandsteinformationen ermöglichten im Mittelalter einen ganz eigenen Burgentypus: Die Felsenburg wurde direkt in den gewachsenen Fels gehauen.

 

 

 

 

Wabenverwitterung

 

Felsenburg

 

 

 

 

 

 





Burgen und Burgruinen

Diese Region war im Mittelalter das Zentrum des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, das zeigen noch zahlreiche Burgen und Burgruinen: Zum Beispiel die Reichsfestung Trifels, wo einmal die Reichsinsignien aufbewahrt wurden und eine Nachbildung besichtigt werden kann, die Klosterruine Limburg, von Kaiser Konrad II gestiftet, und das Hambacher Schloß, das Wahrzeichen für den Freiheitswillen des deutschen Volkes.

Altdahn Heidrun Knoch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




UNESCO-Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen

Im Jahr 1992 wurde der Naturpark Pfälzerwald, der bereits 1958 gegründet wurde, als 12. deutsches Biosphärenreservat von der UNESCO anerkannt und in das weltweite Netz der Biosphärenreservate aufgenommen.
Ziel des Biosphärenprogrammes der UNESCO ist die globale Erhaltung der biologischen Vielfalt und die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen der Erde. Spezielle Entwicklungs- und Förderprogramme, Forschung, Umweltbeobachtung und Erzeugung eines breiten Umweltverständnisses sollen ein harmonisches Miteinander zwischen Mensch und belebter Umwelt schaffen und langfristig sichern. In den Kernzonen des Biosphärenreservates, die etwa 3 % umfassen sollen, ist das Ziel eine möglichst vom Menschen unbeeinflusste Entwicklung der Natur.
Der Pfälzerwald war einer der ersten Naturparke in Deutschland und gehört heute mit einer Größe von etwa 1.800 km2 mit zu den größten Naturparken im Bundesgebiet.
Seit dem Jahr 1998 ist das Gebiet der deutsche Teil des grenzüberschreitenden deutsch-französischen UNESCO-Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen.

Südl. Pfälzerwald1 Heidrun Knoch

 

 

 

 

 

 

 

 


 

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