Der Bienwald

Die einzigartige Region des Bienwalds ist geprägt durch die verschiedensten Land- schaftsformen.

Fruchtbare Ackerböden auf dem Lößriedel liegen malerisch zwischen den Straßen- dörfern mit historischem Fachwerkbestand.

Saftige Wiesen und Weiden gedeihen in der Bruchbach-Otterbach-Niederung und am Viehstrich.

Lichtdurchflutete Mischwälder, urige Auwälder und Altrheinarme wechseln sich ab mit Streuobstwiesen und Magerrasen mit seltenen Orchideen und Wildkräutern.

Diese landschaftliche Vielfalt bietet Lebensräume für zahlreiche gefährdete Pflanzen- und Tierarten. Sie ist daher besonders wertvoll und schützenswert für die gesamte Region.

 

Der Bienwald

Der Bienwald ist mit rund 12.000 Hektar Fläche das größte zusammenhängende Wald- gebiet in der Rheinebene. Er hat die Form eines unregelmäßigen Dreiecks. Im Nord- westen grenzt er mit einer Länge von 20 Kilometern an den Viehstrich, im Südosten auf 17 Kilometer an das Hochufer des Rheins und im Südwesten auf 16 Kilometer an die Lauter, die gleichzeitig die Staatsgrenze zu Frankreich bildet.

Früher glaubte man, der erste Namensteil stamme vom keltischen Beye oder Bie ab, das einfach Wald bedeutet. Demnach hieße der Bienwald übersetzt Waldwald. Heute geht man jedoch eher davon aus, dass Bie vom Wort Biene stammt und der Bienwald der Wald der Bienen ist. Tatsächlich beherbergt er zahlreiche Wildbienenstämme.

Man unterscheidet den trockenen (östlich) und den nassen Bienwald (westlich), der auf Geröllen und Sanden, die über einen sehr langen Zeitraum vor rund 2,5 Millionen Jahren von der Lauter angeschwemmt wurden, entstanden ist. Auf dem sogenannten Bien- waldschotter haben sich ganz unterschiedliche Böden entwickelt. Im nassen Bienwald überwiegen oberflächennahe Lehmschichten, die stark von Grund- und Stauwasser beeinflusst sind. In trockeneren Bereichen kommen Dünen- und Flugsandauflagen vor. Im Zentrum des Bienwalds erhebt sich auf einer tertiären Kalkscholle die Rodungsinsel Büchelberg, die von kalkhaltigen und artenreichen Wiesen umgeben ist. Zahlreiche Bäche und Gräben durchziehen den Bienwald von nordwestlicher in südöstliche Rich- tung, um in Lauter oder Rhein zu münden.

Dank einer nachhaltigen Waldwirtschaft wurde der Bienwald von radikalen Kahlschlägen verschont. Mächtige Eichen entlang schmaler Pfade und prächtige Buchen in Gesellschaft von Kiefern sind ebenso zu finden wie urige Erlenbruchwälder an Gräben und Bächen. Ein erfreulich hoher Laubholzanteil von 44%, (davon 24% Eichen) und ein Nadelholz- anteil von 56% (davon 49% Kiefer) ließ eine besondere und schützenswerte Artenvielfalt entstehen, weshalb der gesamte Bienwald als FFH (Fauna-Flora-Habitat) und Vogel- schutzgebiet im Sinne von Natura 2000 ausgewiesen wurde.

Der Bienwald

 

Der Bienwald

 

 




 

Lößriedel

Am Nordrand des Bienwalds entstand durch Ablagerung von feinsten Flugsanden, etwa zur gleichen Zeit wie der Schwemmfächer der Lauter, der Lößriedel, auf dem sich fruchtbare Braunerden entwickelt haben.

Der Landstrich wird von jeher intensiv landwirtschaftlich genutzt. Aufgrund angenehmer Durchschnittstemperaturen, vieler Sonnenstunden und günstiger Bewässerung gedeihen hier über die Grenzen hinaus bekannte Pfälzer Produkte wie Spargel, Kartoffeln, Zuckerrüben, Mais, Tabak, Äpfel, Reben und vieles mehr.


Viehstrich

Als Viehstrich bezeichnet man den Landstrich am nördlichen Rand des Bienwalds auf ca. 9 Kilometer Länge von Schweighofen über Kapsweyer, Steinfeld und Schaidt bis nach Freckenfeld.

Der Name besagt, dass auf den Wiesen und Weiden in der Region in früheren Zeiten eine ausgeprägte Viehhaltung betrieben wurde. Heutzutage jedoch hat der Viehstrich an Bedeutung verloren, da es kaum noch Viehhaltung gibt.


Auwälder

Die Südpfälzischen Rheinauen kann man durchaus als letzte „Urwälder“ Europas bezeichnen. Altrheinarme, die vor der Begradigung des Rheins durch mäandrieren ihren eigenen Weg gesucht haben und Niederungen, die wechselnde Hoch- und Niedrigwässer überstehen, brachten eine ganz besondere Pflanzenwelt hervor.

In diesen Gebieten, wo dauerhaft Nässe vorherrscht, gedeihen Erlenbruchwälder, riesige Pappeln und knorrige Weiden. Gebrochene Bäume, von Moos und Efeu über- wuchert, bieten vielen hundert Arten Lebensraum und schaffen eine ganz besondere Atmosphäre. Ein Paradies für Vögel, Amphibien, Libellen und Moose.

Rheinauen



Streuobstwiesen und Magerrasen

Auf Streuobstwiesen findet man immer wieder alte, fast vergessene und seltene, regionale Obstsorten, die einer regelmäßigen Pflege durch den Menschen bedürfen.

Durch Vermarktungsaktionen, wie z. B. Mobile Saftpressen, Obstschauen, etc. soll auch das Wissen über alte Obstsorten erhalten werden. Zentrum ist hier der Streuobst- wiesengürtel rund um Büchelberg.

Darüber hinaus sind die Streuobstwiesen wichtige Lebensräume für viele seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten wie z. B. viele Wildbienenarten.

Streuobstwiese

 

Breitblättriges Knabenkraut

 

 

 

 


Auf wenig gedüngten Wiesen, wie sie häufig rund um Büchelberg zu finden sind, blühen seltene Orchideen wie das Brand-Knabenkraut und das Kleine Knabenkraut.

Auch andere besondere und gefährdete Pflanzenarten wie das Knöllchen-Steinbrech, Doldenmilchstern und der Gamander-Ehrenpreis fühlen sich hier wohl, weil die intensive Nutzung der Wiesen hier ausbleibt.

 


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